Nach dem gewaltsamen Tod eines achtjährigen Berliner Jungen durch ein Baumstück ist ein Zehnjähriger dringend tatverdächtig. Er habe die Tat „zwischenzeitlich eingeräumt“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.  Der Junge soll nicht in dem Haus wohnen, aus dem der Gegenstand geworfen wurde. Durch die Auswertung von Videoaufnahmen aus dem Gebäude, sei man auf die Spur des Jungen gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. In der Wohnung der Eltern habe die Polizei zudem die Kleidung, die bei der Tat getragen wurde, gefunden. 

Der verdächtige Zehnjährige kann wegen seines Alters nicht bestraft werden - Kinder sind nicht strafmündig. Erst ab dem Alter von 14 Jahren können in Deutschland Taten strafrechtlich verfolgt werden.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft einen zunächst verdächtigen zwölfjährigen Hausbewohner als Täter ausgeschlossen. Das teilte die Behörde am Dienstag auf Twitter mit. „Er war es nicht“, sagte Sprecher Martin Steltner zu entsprechenden Gerüchten. Nach dem Täter werde weiter gesucht.

Das Kind war am Sonntag von einem herabstürzenden Stück eines Baumstamms erschlagen worden. Das Holz wurde aus einem 15-stöckigen Hochhaus im Märkischen Viertel (Reinickendorf) im Berliner Norden geworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts.

Zwei Jungen waren an dem Haus vorbeigeradelt, als der Achtjährige getroffen wurde. Der Junge erlitt schwerste Verletzungen, an denen er starb. Auf Fotos und Filmaufnahmen war das etwa 30 Zentimeter dicke und 40 bis 50 Zentimeter lange Teil des Baumstamms zu sehen. (BLZ/dpa)