Jasser* geniert sich ein wenig. Am liebsten möchte er sein Zimmer nicht herzeigen, er hat nicht aufgeräumt. Auch sein Freund Mahmoud*, mit dem er sich den Raum im Jugendwohnhaus in Rummelsburg teilt, hat überall alles herumliegen lassen. Die Betten sind nicht gemacht, Sportzeug, Fußballschuhe und Kleidungsstücke liegen wild verstreut am Boden. Wie es in Zimmern pubertierender Jungs oft aussieht, das wissen Eltern nur zu gut.

Aber Jasser und Mahmoud leben ohne ihre Eltern in Berlin. Sie sind syrische Flüchtlinge. 2015, auf dem bisherigen Höhepunkt der Welle, sind 60.000 minderjährige Jugendliche nach Deutschland gekommen. Sie werden über eine Quotenregel bundesweit verteilt wie erwachsene Flüchtlinge. Aber sie genießen besonderen Schutz. Die Jugendämter sind verpflichtet, unbegleitete Minderjährige zu betreuen und unterzubringen. Doch diese Aufgabe ist nicht befriedigend gelöst. In Berlin gibt es noch mehr als 1000 Jugendliche, die nicht in Wohngruppen oder Gastfamilien leben können.

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