Das Deportationsmahnmal auf der Putlitzbrücke. Ab 1942 wurden von hier mehr als 32.000 jüdische Bürger in die Konzentrationslager deportiert.
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BerlinErneut hat es in Berlin offenbar einen antisemitischen Vorfall gegeben. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde in Moabit ein Mann von fünf Kindern und Jugendlichen bepöbelt und sexuell belästigt. 

Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei näherte sich der 68-Jährige am Dienstag, gegen 14.50 Uhr, dem Mahnmal für deportierte Juden auf der Putlitzbrücke, als eine Gruppe von etwa 12 bis 15 Jahre alten Jungen und Jugendlichen ihn mehrfach als Jude betitelte. In der Folge sollen ihm zwei der Täter nacheinander zwischen die Beine gefasst haben. 

Der Mann erstattete über die Internetwache der Polizei Anzeige. Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernahm die weiteren Ermittlungen. Weil er einen Hut getragen habe, hätten die Täter ihn für einen Juden gehalten, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Weitere Angaben zu dem Übergriff und den mutmaßlichen Tätern konnte er nicht machen.

Bereits am Montagabend war laut Polizei in einer U-Bahn in Charlottenburg ein Mann geschlagen und antisemitisch beleidigt worden. Nach Angaben des 30-Jährigen war er gegen 21.20 Uhr am U-Bahnhof Kurfürstendamm aus der U9 gestiegen. Ein einsteigender Fahrgast hätte ihn dabei mit der Faust in das Gesicht geschlagen und antisemitisch beleidigt.