Ach, wie süß sie sind, die ersten eiernden Schritte unseres Kindes. Schnell zücken wir die Kamera. Drücken auf den Auslöser. Und fragen uns dann: Sollten wir das Video oder die Fotos in den sozialen Medien hochladen – oder nicht?

Die Meinungen zum Thema Kinderfotos bei Facebook gehen harsch auseinander. Einige Eltern argumentieren dafür, andere dagegen, wieder andere plädieren für einen Mittelweg aus Zeigen, aber Nicht-Erkennen.

In Deutschland muss jeder selbst entscheiden, wie viel er von seinem Privatleben öffentlich preisgibt – oder wie wenig. Bei unseren Nachbarn in Frankreich ist das anders. Dort drohen Eltern, die Fotos ihrer Kinder bei Facebook hochladen, Strafen von bis zu einem Jahr Gefängnis oder 45.000 Euro Schadenersatz! Dann nämlich, wenn die Kinder in das Publizieren der Bilder nicht eingewilligt haben.

In den nächsten Jahren könnte es zu Klagen kommen

Es ist die erste Generation, die mit Familien-Alben im Netz aufwächst, es gibt noch keinerlei Erfahrungswerte. Experten sagen voraus, dass es in den nächsten Jahren zu Klagen von Kindern gegen ihre Eltern kommen könnte, wenn diese aufgrund ihrer öffentlichen Familienbilder gemobbt oder gehänselt werden – oder sich schlichtweg in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen. Das kann das Bild vom Zweijährigen auf dem Töpfchen sein. Der schlafende Teenie im Auto mit offenem Mund, die Tränen nach dem Abstieg des Lieblings-Vereins. Bilder eben, die die Kinder und Jugendlichen selbst vermutlich niemals hochgeladen hätten.