Frankfurt/Main/Gießen - Nach einer bundesweiten Kinderporno-Razzia stehen drei Männer aus Berlin wegen schweren sexuellen Missbrauchs unter Verdacht. Sie seien 37, 46 und 49 Jahre alt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch mit. Bei der Razzia am Dienstag hatten Beamte deutschlandweit 125 Wohnungen von insgesamt 115 Verdächtigen durchsucht; 26 von ihnen leben in Berlin. Die Männer zählen wahrscheinlich zu den Nutzern eines Internetforums, über das Bilder und Videos zu homosexuellem Kindesmissbrauch verbreitet und verkauft wurden. Einige von ihnen könnten Kinder auch selbst missbraucht haben.

Insgesamt sind die Verdächtigen bundesweit zwischen 21 und 60 Jahren alt. Sie sollen in einem sozialen Netzwerk, das unter homosexuellen Männern bekannt ist, zwei geschlossene Untergruppen eingerichtet haben. Darüber knüpften sie nach Angaben der Ermittler Kontakte zu Gleichgesinnten und tauschten unter anderem Kinderpornos aus. Einige Männer sollen in diesen Foren aber auch von eigenen Erfahrungen mit Kindesmissbrauch berichtet haben. Es seien sogar praktische Hilfestellungen gegeben worden, wie sich leicht Kontakte zu Kindern finden lassen.

Die Ermittlungen waren durch einen anonymen Hinweis in Gang gekommen. Festnahmen habe es bisher nicht gegeben, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Die Polizei stellte bundesweit unter anderem 260 Computer und Notebooks, 850 Speichermedien wie Festplatten und USB-Sticks, 150 mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets sowie 7500 CDs und DVDs sicher. Alles Material wird nun ausgewertet. (dpa)