Berlin - Der Tod der kleinen Zoe in Weißensee wirft einmal mehr die Frage nach systematischen Mängeln beim Kinderschutz auf. Wieso starb die Zweijährige qualvoll an inneren Verletzungen, obwohl eine Familienhelferin zehn Stunden pro Woche in der Familie war? Es sei jetzt wichtig, schnell herauszufinden, ob hier ein Fehler eines Mitarbeiters vorliege – oder ob es einen Fehler im System der Familienhilfe gebe, sagt Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Dann müssen wir im System nachbessern.“ Grundsätzlich sei der Kinderschutz in Berlin aber bundesweit vorbildlich, man habe in den letzten Jahren vieles verbessert.

Der kleinen Zoe hat das nichts genützt. Starb sie aus Nachlässigkeit der Betreuer? Es sei gerade bei Kleinkindern immer schwierig, wenn die Sozialpädagogen nicht auch medizinisch geschult seien, sagt Sybill Klotz (Grüne), Sozialstadträtin von Tempelhof-Schönberg. „Es ist nichteinfach zu erkennen, ob ein Kind verletzt oder dehydriert ist.“ Für die Verantwortlichen in den Jugendämtern sei es mitunter schwierig, die wahren Lebensumstände in einer Familie zu erkennen. Ihre Sozialarbeiter würden mitunter auf „perfekte Verdeckungsmuster“ treffen, sagt die im Fall Zoe zuständige Pankower Jugendamtsleiterin Judith Pfennig. Oft würden gerade Kinder die Situation beschönigen, um ihre Eltern zu schützen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.