Kinobetreiber und Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe investiert Millionen, damit das Berliner Premierenkino Zoo Palast wieder an seine alte Tradition anknüpfen kann. „Der Kinobesuch soll hier wieder zelebriert werden. Wir geben dem Zoo-Palast seine Seele zurück“, sagte Flebbe in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Gut 4,5 Millionen Euro gibt der Unternehmer, der einst die Multiplexkinos nach Deutschland brachte, gerade für den Innenausbau des legendären Filmtheaters aus. Die Wiedereröffnung ist für Mitte 2013 geplant. Von 2014 an soll das Filmtheater wieder wichtiger Standort für Berlinale-Vorführungen sein.

In insgesamt sieben Sälen wird es Platz für 1700 Kinobesucher geben. Der große Saal mit mehr als 800 Plätzen soll dann größtes Einzelkino in Berlin sein - um 200 Plätze kleiner als vor dem Umbau. „Mit bester technischer Ausstattung soll es das führende Erstaufführungskino in der Hauptstadt werden“, betonte Flebbe. Dabei solle die Technik von heute mit der Raumgestaltung von früher kombiniert werden. „Die Ausstattung soll an die große Zeit des Filmtheaters in den 50er und 60er Jahren erinnern“, kündigte der Unternehmer an. Das sei auch mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden.

Besonders bequeme Ledersessel, weiche, hochflorige Teppiche, eine Cocktailbar und Garderobe sollen mit zur Ausstattung gehören und dem Kino besonderes Flair verleihen. Auch am Service werde gefeilt. Künftig soll mit mehr als 100 Mitarbeitern gut doppelt so viel Personal im Einsatz sein wie vor dem Umbau.

Jodie Foster, Tom Hanks oder James Stewart

Über den roten Eingangsteppich schritten einst Stars wie Jodie Foster, Tom Hanks oder James Stewart. Von 1957 bis 1999 war der Zoo-Palast Austragungsort des Berlinale-Wettbewerbs. Auch außerhalb der Filmfestspiele war das Haus bedeutendes Premierenkino im Westen der Stadt. Nach dem Umzug der Berlinale zum Potsdamer Platz büßte die Spielstätte viel von seiner Aura ein. Bereits 1994 baute die Kinokette UCI den unter Denkmalschutz stehenden Kinopalast um. Ende 2010 wurde er für die erneuten Umbauarbeiten unter dem neuen Betreiber Flebbe geschlossen.

In der Hauptstadt baute Flebbe bereits für rund 800.000 Euro den ebenfalls traditionsreichen Filmpalast Berlin am Kurfürstendamm in ein Edelkino um. Dort wird seit 2009 am Platz mit noblen Designersitzen auch Rotwein oder Champagner mit italienischen Antipasti oder Käsehäppchen serviert. Außerdem kann der Kinobesucher sein Auto in ein benachbartes Parkhaus fahren lassen und wie im Theater den Mantel an der Garderobe abgeben.

Nach ähnlichem Konzept betreibt der Hamburger Kinounternehmer auch in München und Köln Filmtheater. „Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Standorten.“ Flebbe hat dabei vor allem alte Lichtspielhäuser im Visier. Viele existieren aber schon lange nicht mehr oder deren Standorte werden bevorzugt an Einzelhändler vergeben, die bereit sind, höhere Mieten zu zahlen. In Frankfurt baut Flebbe derzeit in der achten Etage der Zeil-Galerie ein ehemaligen IMax-Kino um. „Das wird das höchste Kino Deutschlands, mit Aussichtsterrasse und Café.“ (dpa)