Kita-Kosten: Berliner Eltern zahlen bundesweit am wenigsten

Berliner Eltern haben im bundesweiten Vergleich die geringste Kostenbelastung für den Kita-Besuch ihrer Kinder.

Durchschnittlich 1,8 Prozent ihre Haushaltsnettoeinkommens geben sie monatlich dafür aus, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergab. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein am anderen Ende der Skala liegt dieser Wert bei 9,0 Prozent.

Obwohl bestimmte Beiträge einkommensabhängig erhoben werden, wenden ärmere Familien der Studie zufolge einen höheren Anteil ihrer Einnahmen für Kinderbetreuung auf als besser betuchte Eltern.

Dennoch ist die ermittelte Bandbreite der Kostenbelastung in Berlin, die zwischen 0,3 und 5,9 Prozent des Einkommens liegt, hier geringer als in allen anderen Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern schwankt sie zwischen 0,4 Prozent und 23,1 Prozent.

Brandenburger Eltern müssen Kita fast immer bezahlen

Brandenburger Eltern von kleinen Kindern müssen im bundesweiten Vergleich am häufigsten Geld für die Betreuung ihrer Kinder in einer Kita bezahlen. In Brandenburg zahlen 98 Prozent der befragten Mütter und Väter Geld für die Kinderbetreuung. Brandenburg will aber mehr kostenlose Betreuung anbieten. Ab dem 1. August sollen Eltern im letzten Kita-Jahr kein Geld mehr bezahlen müssen. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt diese Woche dem Landtag vor.

Die Studie basiert laut Stiftung auf der bundesweiten Befragung von 10.491 Eltern im Herbst vergangenen Jahres. In Berlin waren 586 Eltern beteiligt, wobei nicht alle auf alle Fragen antworteten. 58 Prozent gaben an, einen Beitrag für die Kita zu bezahlen. 42 Prozent waren nach eigenen Angaben von solchen Zahlungen befreit.

Ab August alle Plätze in Berlin gebührenfrei

In Berlin besuchen derzeit mehr als 160.000 Kinder eine Kita oder Tagespflege-Einrichtung. Die klassischen Kita-Gebühren wurden in den vergangenen Jahren schrittweise abgeschafft. Momentan fallen sie nur noch für Kinder unter einem Jahr an. Ab August sind alle Plätze gebührenfrei. Daneben zahlen Eltern monatlich 23 Euro für das Mittagessen ihrer Kleinen.

Viele Kitas erheben zudem Zusatzbeiträge etwa für Bastelmaterial, Ausflüge, Hygieneartikel, besonderes Bio-Essen oder zusätzlichen Musikunterricht. In Einzelfällen können bis zu 500 Euro im Monat zusammenkommen. Diese Zuzahlungen werden ab 1. August auf maximal 90 Euro pro Monat begrenzt.

In einer Stellungnahme zu der Studie erklärte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD): „Frühkindliche Bildung ist ein Zukunftsthema für ganz Deutschland.“ Man sei sich darüber bewusst, dass hohe Elternbeiträge eine Hürde für den Besuch einer Kita oder Tagespflege sein können. „Betreuung und frühe Förderung dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein“, sagte Giffey. Sie erinnerte daran, dass in dieser Wahlperiode 3,5 Milliarden Euro in die Kindertagesbetreuung fließen. (dpa)