Berlin/Kirchheim - Das wird nichts mehr mit Berlin und Schwaben: Das Berliner Kita-Unternehmen „Klax“ hat die schwäbische Kleinstadt Kirchheim gedrängt, ihren Kindergarten „Klex“ umzubenennen – man könne die Einrichtungen verwechseln.

Bürgermeister Uwe Seibold (parteilos, 49) war perplex, als über einen Anwalt die Forderung nach einer Umbenennung ins Rathaus der Neckarstadt kam. Zwar habe „Klax“ nicht mit einer Klage gedroht, doch der Anwalt der Stadt habe geraten nachzugeben: „Es war ein Wink mit dem Zaunpfahl.“ Man wollte nicht in einen Rechtsstreit gehen.

Namensänderung ist mit hohen Kosten verbunden

Seibold: „Ich weiß nicht, was der tiefere Sinn der Forderung war. Im Umkreis von 100 Kilometern kenne ich keine Einrichtung von Klax.“ Geärgert hat ihn, dass das Berliner Ansinnen die älteren Klex-Kinder in Angst versetzt habe, ihre Kita werde geschlossen.

Auch das Stadtsäckel der Schwaben wird mit über 10.000 Euro belastet: Neues Logo an der Kita (170 Kinder), neue Briefköpfe, neue Broschüren – und weil „Klex“ nicht schnell genug aus dem Internetauftritt Kirchheims verschwand, gab es eine böse Mail vom Klax-Anwalt.

„Klax-Pädagogik“ werde bundesweit praktiziert

Ferdinand Bostelmann, „Corporate Identity Manager“ bei Klax, weist den Verdacht zurück, man habe Kirchheim verklagt oder abgemahnt: Man habe die Gemeinde lediglich auf eine „mögliche Markenrechtsverletzung“ hingewiesen.

Im Übrigen sei der Eindruck falsch, es könne keine Verwechslungsgefahr bestehen. Klax betreibe Kinderbetreuungseinrichtungen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, und bundesweit würden sich viele Erzieher an der „Klax-Pädagogik“ orientieren.

Solche Fachkräfte hätten auf die Klex-Klax-Verwechslungsgefahr hingewiesen. Bürgermeister Seibold hat inzwischen eine listige Lösung gefunden. Der neue Name: „Klecks“.