Berlin - Musikfreunde können sich freuen: Das Festival Lollapalooza im Treptower Park kann am Wochenende (10. und 11. September) stattfinden.  Das Verwaltungsgericht Berlin hat am Mittwoch in einem Eilverfahren fünf Lärmklagen von Anwohnern abgewiesen. Die 10. Kammer sah die  Genehmigung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als „gerade noch“ rechtmäßig an – vor allem wegen der in der Genehmigung angeordneten Verpflichtung des Veranstalters zur Bereitstellung von Ersatzunterkünften für über 1600 der am stärksten betroffenen  Anwohner.

Der Veranstalter habe erklärt, dass Anfragen zügig und im Zweifel zu Gunsten der Anwohner  bearbeitet würden, heißt es. Bei einem Erörterungstermin am Dienstagnachmittag hatten beide Seiten, Kläger und Beklagte, ihre Auffassungen dargelegt.

Festival mit kultureller Bedeutung

Die Anwohner bezeichneten die Lärmbelastung, die über Stunden 90 Dezibel betrage, als unzumutbar. Die Senatsverwaltung rechtfertigte die Genehmigung mit der herausragenden kulturellen Bedeutung des Festivals für Berlin als Kulturstadt. Ein Ausfll würde zu einem nicht mehr gutzumachenden Imageschaden für Berlin führen.

Am Sonnabend und Sonntag werden also  im umzäunten Treptower Park  mehr als 50 deutsche und internationale Bands auftreten. Das Festival ist ausverkauft, die Veranstalter erwarten  140.000 Besucher.  Sie haben etliche Größen des Musikgeschäfts nach Berlin geholt: Mit dabei sind unter anderen Kings of Leon, New Order, Radiohead, Major Lazer, Milky Chance, James Blake, Kaiser Chiefs, Lindsey Sterling. Auch deutschsprachige  Künstler treten auf, etwa Max Herre,  Philipp Poisel, Bilderbuch, Tocotronic, Alle Farben und  Paul Kalkbrenner. 

Der Festivalort ist umstritten. Der Treptower Park ist ein Gartendenkmal und wurde gerade für gut 13 Millionen Euro saniert. Anwohner fürchten außer Lärm auch Schäden an den Anlagen.

Der Senat hingegen freut sich über das Image Berlins als  Weltmetropole,  auf keinen Fall soll die deutsche  Hauptstadt  den Eindruck eines schummrigen   Dorfes in Mittagsruhe machen. Und bezüglich der Sorge um den Park versichert    Festival-Leiterin  Fruzsina Szép:  „Wir werden den Treptower Park nicht nur hegen und pflegen, sondern wie unseren eigenen Garten  im Herzen der Stadt behandeln.“ Auch in Oslo,  Barcelona, Novi Sad, Budapest und London finden Festivals in innerstädtischen Parkanlagen statt.