Berlins Theater dicht, auch Opern und Konzerthäuser ohne Publikum – nie hätte ich mir als Kultursenator und Bürgermeister dieser Stadt etwas so Ungeheuerliches vorstellen können. Und doch habe ich am 10. März alle Bühnen schließen lassen, die Intendant*innen, Leiter*innen der Häuser an meiner Seite wissend, denn noch ungeheuerlicher zeigte sich mit Covid-19 ein Virus, das sich in rasanter Geschwindigkeit über den Erdball verbreitet. Wir alle hatten die Bilder aus dem italienischen Bergamo vor Augen und es ging darum, durch die Beschränkung physischer Kontakte Zeit zu gewinnen, die Ansteckungskurve abzuflachen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Tatsächlich hat das funktioniert. Aber das hatte seinen Preis: soziale Verwerfungen, Bildungsdefizite, Existenzängste, psychosoziale Probleme.

Seitdem wurden die Wissenschaft und auch wir klüger. Schlecht belüftete Innenräume, Aerosole und Nähe sind eine Gefahr, Masken sinnvoll. Kontaktverfolgung wichtig. Währenddessen haben wir unsere Kulturorte umgerüstet. Auch das ging nur mit massiven Einschränkungen, aber es ging: Belüftungen, Wegeleitsysteme, Abstände, Maskentragen, Anmelderoutinen, Personenbegrenzungen – für etwas Kultur in der Pandemie. 

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