Berlin wird nicht mehr das Bundesland sein, das Kinder besonders früh einschult. Zum Schuljahr 2017/18 sollen Kinder wieder erst mit knapp sechs Jahren schulpflichtig werden. Darauf hat sich die rot-schwarze Koalition bei ihrer Klausurtagung am Donnerstag im Roten Rathaus nach Auskunft von Verhandlungsteilnehmern geeinigt. Dann wird jeder Schüler eines Jahrgangs schulpflichtig, der bis 30. September eines Jahrgangs geboren wurde.

Bisher wurde der komplette Jahrgang schulpflichtig, was an Schulen viel Kritik ausgelöst hatte, da gerade besonders jüngere Kinder von vielen Lehrer als zu unreif angesehen wurden. In der Übergangsphase müssen Eltern im den nächsten zwei Jahren nur ankreuzen, ob sie ihr Kind von der Einschulung zurückstellen wollen oder nicht. Die bisher üblichen Überprüfungen soll es dann nicht mehr geben.

Förderungen für Hochschulen und die Charité

Ansonsten ist nun geklärt, was mit den 66 Millionen geschieht, die Berlin künftig mehr hat, weil der Bund die Bafög-Mittel allein übernimmt. "32 Millionen Euro erhalten die Hochschulen und die Charité aus diesen Mitteln pro Jahr für zusätzliche Sanierungsmaßnahmen. Das ist der größte Einzelposten", hieß es aus der Bildungsverwaltung.

Zudem wird es ein Toiletten-Programm in Höhe von 12 Millionen Euro für die teils maroden Sanitäranlagen in Schulen geben. Das hatte der Landeselternausschuss seit Jahren gefordert. Im Jahr 2015 werden die Mittel für Integrationsstunden für behinderte Kinder um 11 Millionen Euro aufgestockt, im Jahr 2016 werden es sogar 16 Millionen Euro sein. Damit könnten etwa 150 zusätzliche Sonderpädagogen eingestellt werden. Das soll das Projekt der Inklusion voranbringen. Weiteres Geld geht in den Neubau von Studentenwohnungen und in ein Gesamtkonzept für Alleinerziehende.