Berlin - Die Radiosender mit der größten Reichweite in der Region sind Antenne Brandenburg, BB Radio, Berliner Rundfunk, 104.6 RTL und Radio1. Aber auch am Ende dieses Ranking ist Radio Ginseng nicht dabei. Trotzdem hat der Verein, der diesen Sender betreibt, nun eine Auszeichnung bekommen, zusammen mit dem Kooperationspartner Radio Free FM aus Ulm an der Donau. Die beiden haben einen Ideenwettbewerb des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer namens „Machen!2021“ gewonnen.

Der Verein Ginseng e.V. ist im Ostbrandenburgischen Grünheide (Oder-Spree) ansässig. Der Ort sorgt seit Monaten wegen der ersten europäischen „Gigafactory“ von Tesla für Schlagzeilen, die der Milliardär Elon Musk dort bauen lässt. Doch damit hat der Sender nichts zu tun. Es handelt sich um ein Internetradio, das gerade den 1. Preis in der Kategorie „Ost-West-Partnerschaften – Gemeinsamkeiten entdecken“ gewonnen hat. Ziel des Wettbewerbs ist es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums, das vielfältige Engagement in den östlichen Bundesländern sichtbarer zu würdigen. 50 von 500 Wettbewerbsbeträge wurde prämiert.

Preisgeld von 15.000 Euro

Die Brandenburger und die Radiomacher aus Baden-Württemberg  hatten ihr Projekt „Kooperation WOST – eine ost-westliche Radiopartnerschaft“ eingereicht und nun ein Preisgeld von 15.000 Euro gewonnen.

„Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung“, sagt Ulrich Burow, Vorsitzender des Vereins Radio Ginseng. „Es ist großartig, dass unser Projekt eine solche Anerkennung erfährt. Gemeinsam mit Radio Free FM wollen wir Geschichten von Menschen erzählen und wie sich deren Leben mit der deutschen Einheit verändert hat. Wir wollen über das Gemeinsame und das Unterschiedliche berichten und damit den Weg für ein besseres Verständnis ebnen.“

Es ist eine Kooperation zweier nicht kommerzieller freier Bürgerradios. Wie der Grünheider Sender mitteilt, ist die Idee, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung das gegenseitige Verständnis zu fördern. Das Projekt umfasst neben dem weiteren persönlichen Austausch über Lebensläufe in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen vor allem die gemeinsame Gestaltung einer Programmserie. Dazu gehören Beschreibungen der Lebenswege vor allem der Generation 60 plus in Ost und West.

Der Grünheider Sender hat sich extra den Namen Ginseng gegeben. Er weise darauf hin, von und für wen das Programm gemacht werde. Gemeint seien „lebenserfahrene Menschen der Generation 60+“. Nach einer zweijährigen Vorbereitungsphase sei das Programm seit Ende März 2021 auf Sendung, es ist im Internet zu hören. Die Macher sind keine Radio-Profis, sondern ehrenamtlich aktiv.

Radio Free FM gibt es seit 1995. Der Sender finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und eine sogenannte Sockelförderung der Landesmedienanstalt. Es gibt 400 Unterstützer, davon 140 ehrenamtliche Redakteure.