Die Umgestaltung des Kleinen Tiergartens in Moabit wird nicht so geräuschlos erfolgen, wie es sich der Bezirk gewünscht hat. Bürgerinitiativen sehen in dem Konzept des Landschaftsplanungsbüros Latz und Partner eine Zerstörung des Gartendenkmals zwischen der Straße Alt-Moabit und der Turmstraße. Die Grünen in Mitte fordern jetzt den Bezirk auf, die Planungen zum östlichen Teil des Parks zu unterbrechen. So soll es möglich sein, Forderungen nach dem Erhalt von Sträuchern, nach anderen Wegeführungen und zu Fragen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Die Grünen sehen auch die Fällung von 110 der 380 Bäume kritisch. Am heutigen Mittwoch wollen sie einen entsprechenden Antrag stellen.

Zustand nicht mehr akzeptabel

Mit der Neugestaltung des Parks will der Bezirk die Ende der 1950er-Jahre angelegte Grünfläche für die Moabiter attraktiver machen. Wie Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) sagt, sei der Zustand des Parks nicht mehr zu akzeptieren, er sei verwildert und zugewachsen. Attraktion bei der Neugestaltung sollen laut Latz und Partner ein 19 Meter langes und 1,50 Meter breites Wasserbecken mit neun Fontänen sein.

Einige Bürgerinitiativen lehnen das Konzept ab. „Die zerstörerische Planung wollen wir so nicht haben“, sagt Heinrich Grimmling von der Bürgerparkgruppe Moabit. Die Anwohnergruppe pflegt drei Bereiche des Parks, darunter den ehemaligen Rosengarten. Um weitere Areale wie die historischen Gartenhöfe an der Turmstraße wollte man sich kümmern, doch der Bezirk habe abgelehnt. Kritisiert wird der „Kahlschlag“ an den Parkrändern, dort sollen viele Sträucher gerodet werden, um neue Eingänge zu schaffen. „Stadtgrün wird zugunsten von Wegeflächen reduziert“, sagt Brigitte Nake-Mann von der Bürgerinitiative Silberahorn Plus. Laut der Bürgerinitiative Kleiner Tiergarten-Ottopark sind 53 von 110 Bäumen, die gefällt werden sollen, gesund. Die drei Initiativen fordern, dass alle vier Sitznischen und nicht nur zwei erhalten werden und auf die Sitzkiesel aus Beton verzichtet wird.

Christoph Katerbau vom Landschaftsplanungsamt Mitte betont, dass die Planung in Workshops mit interessierten Anwohnern erarbeitet wurde. Die Zahl der Zugänge sei reduziert worden, die Querwege habe man in die Planung wieder aufgenommen, ebenso bleibe der zentrale Sandspielplatz erhalten.