Die Berliner Feuerwehr hat am Sonntagnachmittag eine Gaststätte in Wilmersdorf wegen eines Ebola-Verdachts vorübergehend gesperrt. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend.

Zuvor hatte es aus der Gaststätte in der Paulsborner Straße den Notruf gegeben, ein Mann habe Ebola. Als Rettungskräfte und Seuchenexperten der Feuerwehr in Schutzanzügen eintrafen, war dieser Gast aber nicht mehr dort, berichtete Constance Frey, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend. Dennoch wurde die Kneipe aus Sicherheitsgründen hermetisch abgeriegelt. Polizei und Amtsärztin hätten den Mann schließlich zu Hause angetroffen. Ein Schnelltest auf Ebola sei nicht nötig gewesen, da er bereits bei einer ersten Untersuchung keine Anzeichen auf die gefährliche und ansteckende Krankheit gezeigt habe. „Er war gar nicht krank“, sagte Frey.

Ob es sich um einen geschmacklosen Kneipen-Scherz gehandelt hat, konnten bisher weder Polizei, noch Feuerwehr noch die Gesundheitsverwaltung sagen. Falls sich eine absichtliche Täuschung der Behörden nachweisen ließe, würde das wahrscheinlich eine Strafe nach sich ziehen. Das positive sei, dass die Meldeketten für den Ebola-Ernstfall erneut gut funktioniert hätten, sagte Frey.

Im August hatte ein Ebola-Verdachtsfall in einem Jobcenter in Prenzlauer Berg den ersten Berliner Ebola-Großeinsatz ausgelöst. Die Frau hatte aber Malaria, wie sich herausstellte. Die Berliner Charité meldet nur Ebola-Fälle, die sich bestätigen. Das war in Berlin bisher nicht der Fall. (dpa)