Berlin - Nach der Pleite von Rot-Grün auf Landesebene haben die CDU-Politiker in den Bezirken zwar noch keine Sektflaschen geöffnet, sie sehen aber das Gerangel um die Bürgermeisterposten viel entspannter. In den Verhandlungen um Rot-Schwarz will die Union vorschlagen, nicht nur im Land, sondern auch in den Bezirken Große Koalitionen einzugehen. So könnte die CDU die Wahl ihrer Bürgermeister in Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf und Spandau absichern. Als Gegenleistung könnte die CDU der SPD dabei helfen, die letzten beiden Hochburgen der Linken in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zu erobern und dort erstmals sozialdemokratische Rathauschefs zu installieren.

Soweit die Theorie. Denn die Parteien betonen offiziell, dass sie unabhängig von der Landesebene über Kooperationen verhandeln. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. So hätte es schon Brisanz, wenn ausgerechnet im Regierungsbezirk Mitte, der politischen Heimat von CDU-Chef Frank Henkel, die Union der grünen Spitzenkandidatin und Ex-Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer ins Bürgermeisteramt verhelfen würde.

Beste Chancen hat die SPD, ihre starke Position mit bisher sechs Bürgermeistern weiter auszubauen und künftig acht Rathauschefs zu stellen. Die CDU bleibt bei drei Posten. Bürgermeister der Großen Koalition würden damit elf der zwölf Bezirke regieren. Nur die Grünen behalten die Verantwortung in Friedrichshain-Kreuzberg. Abgerechnet wird aber erst nach den Verhandlungen.