Wasserdampf-Wolken über dem Kraftwerk Jänschwald - in acht Jahren ist Schluss. 
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Berlin Das Ende ist nah. Dass die Braunkohleförderung und -verstromung in Brandenburg zuende geht, stand schon vor der Nachtsitzung im Kanzleramt fest. Nur der genaue Termin und die Umstände waren noch offen. Das ist hat sich geändert. 2028 wird definitiv auch der letzte Block in Jänschwalde die Arbeit einstellen. 

Das ist für die Region und das Land keine leichte Entscheidung. Rund 8000 Menschen sind in dem Werk beschäftigt, rund doppelt soviele in den Zulieferbetrieben, Handwerksfirmen, Dienstleistern, die direkt oder indirekt von der Kohle leben. Die Region steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Dass das eine gewaltige Herausforderung ist, zeigt bis heute das Ruhrgebiet. 

Acht Jahre für ein strukturellen Wandel

Nun gibt es aber wenigstens Klarheit, was den Rahmen angeht: Die Politik hat acht Jahre Zeit, den Wandel vorzubereiten und zu gestalten. Das ist nicht lang, aber auch nicht zu kurz. Außerdem stehen mit rund 40 Milliarden Euro für alle vier Kohle-Länder ein Haufen Geld zur Verfügung. Und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat im Rahmen ihres Green Deals ja noch auch versprochen, mit ihrem "Fonds für den gerechten Wandel" Problemregionen zu helfen, die besonders von der Umstellung auf eine klimaneutrale Wirtschaft betroffen sind. Für die Verantwortlichen in Potsdam gibt es keine Ausrede mehr, jetzt kann gehandelt werden. 

Die Klarheit gilt aber nun auch für die Firmen in der Region. Wer bislang maßgeblich von der Kohle gelebt hat, weiß nun, dass er acht Jahre Zeit hat, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Tourismus in den ehemaligen Tagebaugebieten, ist das eine. Die Lausitz als Zentrum für erneuerbare Energien mit der Uni Cottbus als Nukleus ist das andere. Schon heute fehlen dort Fachkräfte.  Das Land Brandenburg setzt auf Rückkehrerprogramme.  Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das vermutlich nicht überall gelingen wird. Auch da ist die Politik gefordert, die Folgen abzufedern. 

Umterm Strich muss dieser Donnerstag kein schlechter Tag für Brandenburg sein. Die Chancen überwiegen.