Berlin - Sie arbeiten wie ein Pizza-Lieferservice: Ein Anruf, eine Bestellung, dann wird die Ware zum Kunden geliefert. Doch statt Essen gibt es hier Drogen: Die sogenannten Koks-Taxis. Seit Jahren floriert der Handel, für die Drogenfahnder sind die fahrenden Rauschgifthändler schwer zu fassen. Doch jetzt haben Spezialeinheiten der Berliner Polizei zwei von ihnen geschnappt. Einer der beiden soll Mitglied der Großfamilie O. sein.  

In der Nacht zu Mittwoch schlugen die Fahnder in der Fritzi-Massary-Straße zu. Mit Sturmhauben maskierte Einsatzkräfte der Spezialeinheit MEK (Mobiles Einsatzkommando) umstellten gegen 21 Uhr einen VW, den sie zuvor als mutmaßliches Lieferanten-Auto identifiziert hatten. Dabei gingen die Einsatzkräfte kompromisslos vor und schlugen die Fahrerscheibe des Autos ein.

Tatverdächtiger soll Clan-Mitglied sein

Der Fahrer, der nach Informationen dieser Zeitung zu der polizeibekannten arabischen Groß-Familie O. gehören soll, wurde bei der anschließenden Festnahme am Kopf verletzt und musste noch vor Ort in einem Krankenwagen behandelt werden. 

Auch die Wohnung des Mannes in einer der angrenzenden Straßen wurde von den Einsatzkräften gestürmt, die Tür dabei eingetreten. Anschließend durchsuchten die Rauschgiftfahnder die Wohnung und sicherten Beweismittel. 

Kokain im Wert von 40.000 Euro sichergestellt

"Der vorläufig festgenommene Hauptverdächtige soll unter Zuhilfenahme eines sogenannten Kokain-Taxis und mit mehreren Auslieferungsfahrern 30 bis 40 Verkäufe an entsprechende Abnehmer organisiert sowie selbst Auslieferungsfahrten durchgeführt haben", sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft. 

In dem von den Tatverdächtigen genutzten Fahrzeug wurde zudem "ein Kilogramm Kokain mit einem durchschnittlichen Marktpreis von ca. 40.000 Euro sowie zwei Schreckschuss-Waffen sichergestellt", so die Sprecherin weiter.

Gegen den Hauptverdächtigen sowie einen weiteren festgenommenen Fahrer wurde Haftbefehl beantragt.