Berlin - Schulleiter Gert Blach kennt das schon. Es ist Infotag für Eltern am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Prenzlauer Berg. Und wieder sind vor allem Eltern von Jungen gekommen, die ihre Kinder für die neuen 5. Klassen anmelden wollen. Eine Gruppe angehender Schüler wird derweil nebenan im Raum 109 von Mathelehrerin Gabriele Neumann schon mal auf Probe unterrichtet. Die Jungs haben dort eine komfortable Zwei-Drittel-Mehrheit, acht Mädchen treffen auf 19 Jungs – und es sind vor allem die Jungs, die sich sofort melden und mitmachen. „Wir kriegen so wenig Mädchen, seit wir unsere Klassen mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt haben“, sagt Blach.

Doch wieso mögen die Mädchen kein Mathe? Die Zeiten, als man Mädchen in dieser Hinsicht allen Ernstes noch ein Defizit nachsagte, sind längst passé. Heutzutage gelten Schülerinnen als besonders diszipliniert und leistungsstark, 54 Prozent aller Abiturienten in Deutschland sind weiblich, und an fremdsprachlichen oder musischen Gymnasien sind Mädchen deutlich in der Überzahl. In der bildungspolitischen Debatte sind eher die Jungs die Sorgenkinder, sie brechen häufiger die Schule ab, sind unreifer und erhalten schlechtere Noten.

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