Berlin - Das Verwaltungsgericht hat am Freitag einen Kompromissvorschlag zum Streit zwischen dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und den Kleingärtnern der Kolonie Oeynhausen gemacht. Letztere hatten bemängelt, dass im Text des Bezirksamtes zu einem Bürgerbegehren für den Erhalt der Gärten von einem Schadensersatz-Risiko in Höhe von 25 Millionen Euro gesprochen wird.

Das Gericht habe eine „weichere Formulierung“ vorgeschlagen, sagte Sprecher Kai-Christian Samel. Diese solle lauten, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Entschädigungszahlungen bis zur Höhe von 25 Millionen Euro fällig werden könnten. Kommt es zu keinem entsprechenden Bezirksamtsbeschluss, werde das Gericht am 29. August über die Streitsache entscheiden, so Samel.

Bereits am Donnerstagabend hatte das Bezirksparlament einen Einwohnerantrag zur Sicherung der Kolonie beschlossen. Deren Fläche hatte der Finanzinvestor Lorac 2008 erworben und an die Groth-Gruppe verkauft. Nach einem BVV-Beschluss von Januar sollte nur die Hälfte des Areals mit 700 Wohnungen bebaut werden, der Rest sollte dauerhaft Kleingartenfläche werden.

Baustadtrat Marc Schulte und die SPD-Fraktion hatten vor der Abstimmung darauf verwiesen, dass mit einer Rücknahme des Beschlusses die gesamte Kolonie bebaut werden könne. Denn die Lorac hat angekündigt, eine gestoppte Klage wegen Untätigkeit des Bezirksamtes wieder aufzunehmen. Auch Groth hatte appelliert, dem Einwohnerantrag nicht zuzustimmen. Die Lorac hatte schon 2012 eine Schadensersatzforderung von 50 Millionen Euro angedroht, wenn kein Baurecht geschaffen wird. Stefanie Bung, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Schmargendorf, die seit Jahren für die Kolonie kämpft, sieht diese nun „in großer Gefahr“.