Harsche Leserpost ermuntert mich zu Widerspruch. Die Wortführer der SPD glauben, mit sprachlichen Retuschen und pauschalem Ungerechtigkeitssingsang ließe sich die Welt verbessern. Was sollen Suggestivbezeichnungen wie „Gutes-Kita-Gesetz“ oder „Respektrente“? Horst Seehofer hat recht, wenn er diese Art sprachlicher Zuckerwatte ironisch (?) nachäfft, indem er seine Initiative zur Blitzabschiebung und präventiven Gefangennahme von Abzuschiebenden als „Das Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ verkauft.

Sind sich unsere Schönredner bewusst, wer solche wohlklingenden Gesetzestitel besonders mochte? Haben sie jemals vom „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ (1933) gehört, vom „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“ (1934) oder vom „Reichsbürgergesetz“ (1935)? Harmlose Etikettierungen sollten und sollen die Tücken und Zukunftsgefahren verbergen.

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