Berlin - Offene Briefe sind wie Lautsprecher. Jenna Behrends – eine 26-jährige Politikerin, Jurastudentin, alleinerziehende Mutter und seit Mai 2015 in der CDU – rief ihre Partei auf, über internen Sexismus nicht länger zu schweigen: Frank Henkel hatte bei einer Tagung zu ihrer dreijährigen Tochter „Oh, eine kleine süße Maus“ gesagt und dann noch die junge Mutter so begrüßt: „Und eine große süße Maus.“ Außerdem soll Henkel einen Abgeordneten gefragt haben, ob er Jenna Behrends ficke. Sorry für das grobe Wort, das steht im Brief. Mehr als diese Vorwürfe kommen in dem Text nicht vor. Jenna Behrends erwähnt aber noch „Verleumdungen, Gerüchte, Sexismus gegenüber Frauen und teilweise auch durch Frauen“.

Den Begriff Sexismus kennen wir seit den Sechzigern als auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung. Die amerikanische Frauenbewegung sprach von Sexism als Parallele zu Rassism. Anja Meulenbelt schrieb 1990 in „Scheidelinien. Über Sexismus, Rassismus und Klassismus“: „Es sind nicht die sexistischen Bilder und Worte, die an sich so schlimm sind, es ist die Macht über Frauen, die Androhung von Gewalt gegen Frauen, die der sexistischen Sprache ihre Sprengkraft verleiht.“

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