Mir sagte der Name Claas Relotius rein gar nichts, als seine hundertfachen Fälschungen dank seines Spiegel-Kollegen Juan Moreno aufflogen. Moreno ging ein hohes existenzielles Risiko ein, weil er die riesenhafte Gilde der Relotius-Preisverleiher und -Verehrer gegen sich hatte. Aber warum blieb Relotius mir unbekannt? Denn eigentlich lese oder schaue ich sehr gerne gute Reportagen, etwa von Kerstin Holm (FAZ) über Russland oder die aktuellen Arte-Reportagen über sakrale Bauwerke. Aber dieses vermeintlich hautnah schildernde Geschreibsel, das heutzutage im Journalismus als Storytelling verherrlicht wird, geht mir auf die Nerven. Ich lese es nicht. Ich verstehe „Storytelling“ wörtlich, als freies, geblähtes Geschichtchenerzählen.   

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