Fünf Jahre lang hat es gedauert, ehe die deutsche Kanzlerin Afrika wieder mit einem Besuch beehrt. Und es ist  gewiss kein Zufall, dass Angela Merkel nicht in Länder gereist ist, die kleine Erfolgsgeschichten zu erzählen haben wie Mosambik oder Ghana.  Auf Merkels Reiseplan standen diesmal Mali, Niger und Äthiopien, darunter gleich zwei Staaten, die zu den ärmsten der Welt gehören. An strategischen Reisevorbereitungen mangelte es nicht. Das Wohl Afrikas liege in deutschem Interesse, verkündete Merkel demonstrativ  und versuchte so, die erstaunliche politische  Neuentdeckung eines Kontinents zu begründen.

Die Afrikapolitik der Bundesregierung, wenn man davon überhaupt sprechen mag, bestand zuletzt vor allem in Terrorismusabwehr – und punktueller Wirtschaftsförderung.  Noch immer aber gelten die Klischees über Armut, Hungersnöte und Bürgerkriege, neuerdings auch die  über einen erstarkenden Islamismus und reihenweise scheiternde Staaten. Gewiss, wir leisten Entwicklungshilfe, ansonsten schauen wir lieber weg.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.