Ist eine Posaune wirklich die angemessene musikalische Begleitung für ein Richtfest? Sie erinnert doch sehr an den Sturm auf die einstürzenden Mauern von Jericho. Aber gestern war beim Richtfest für die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel nicht der Tag zum Kritteln. Was soll man auch sagen angesichts des um Jahre verzögerten Bauverlaufs und Baukosten, die von  73 auf mindestens 134 Millionen Euro für nur 4600 Quadratmeter stiegen?
Bundesbauministerin Barbara Hendricks versprach zwar Besserung im staatlichen Bauen. Aber wie will sie verhindern, dass auch künftig wegen übergeordneter Konzepte mitten in Schlammgruben hinein gebaut wird? Kulturstaatsministerin Monika Grütters lobte das Engagement des Bundes und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die James-Simon-Galerie – ein Dank an die  Steuerzahler wäre nett gewesen. Hermann Parzinger verteidigte den Bau mit Notwendigkeiten und damit, dass er die Museumsinsel ins 21. Jahrhundert bringe. Hätte er zudem die vom Bund nicht so begünstigten Kulturinstitutionen Deutschlands um Verständnis gebeten, wäre deren Ärger über die Berliner Verschwender vielleicht geringer.

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