Das Heidelberger Schloss und Hermann der Cherusker gehören zu Deutschland, ebenso die Rampe von Auschwitz und das Brandenburger Tor, Christa Wolf und Leni Riefenstahl, die „Ode an die Freude“ und das „Manifest der Kommunistischen Partei“. Aber „der Islam“? Was meine Familie betrifft, dürfen wir als Beispiel für gelungene Integration gelten.

Meine muslimische Urmutter Marusch wurde 1691 in Spandau auf den Namen Sophia Henriette getauft – zwangsgetauft, würde man heute behaupten. 1694 erfolgte die Taufe ihres späteren Ehemanns, des kurfürstlichen Kammertürken (Friedrich) Aly im Berliner Dom. Die Vermählung beider (Zwangsehe?) entsprach dem Willen der Kurfürstin Sophie Charlotte, die sich zur Zierde ihres Hofstaats exotisch-putzige Kinderchen wünschte.

Recht dunkelhäutig sind sie auf einem Wandgemälde im Charlottenburger Schloss verewigt, und mancher AfD-Abgeordneter wird bei ihrem Anblick murmeln: „Fremdvölkische kleine Halbneger.“ Soweit man weiß, lebten die vormals muslimischen Berliner Eheleute Aly glücklich und wurden am Ende – ausdrücklich als „gewesene Türken“ – in der christlichen Erde des Parochialkirchhofs begraben. Bestens akkulturiert stiegen ihre Kinder und Kindeskinder ins Bürgertum auf, stellten Offiziere, Ärzte, Pfarrer, Kaufleute, Lehrer.

Dieser Islam gehört nicht zu Deutschland

Anders als vor 300 Jahren gehören Muslime heute zu Deutschland, nicht jedoch „der Islam“. Um welchen Islam geht es überhaupt? Der größte islamische Verband in Deutschland, die Türkisch-Islamische Union (DITIP), wird von der türkischen Regierung gesteuert, die Imame sind loyale türkische Staatsbeamte, die derzeit zumindest teilweise über den Sieg türkischer Panzer und Bomber im Norden Syriens jubilieren. Dieser Islam gehört nicht zu Deutschland, sondern streng überwacht und gegebenenfalls verboten.

Bis vor kurzem galt Indonesien als Paradebeispiel für einen liberalen, mit westlichen Werten verträglichen Islam. Vorbei, wie der Autor Marco Stahlhut in der FAZ vom 19. Februar eindringlich darlegte. In Indonesien arbeitet man gerade an Gesetzen, die jegliche nichtehelichen sexuellen Beziehungen kriminalisieren und praktizierte Homosexualität mit mehrjährigen Haftstrafen belegen sollen (wobei die islamisch-konservative Parlamentsfraktion die Todesstrafe fordert). Auch dieser Islam gehört nicht zu Deutschland. Sämtliche islamisch dominierten Staaten propagieren den Hass auf Juden. Das ist mit der heutigen deutschen Staatsraison unvereinbar.

Zunehmende Intoleranz gegenüber dem westlich-liberalen Pluralismus

Mit seinen Öl-Milliarden fördert das wahabistische Saudi-Arabien seit Jahr und Tag militante Islamisten, finanziert und bewaffnet den Salafismus, islamistische Terroristen und forciert die ständig zunehmende Intoleranz gegenüber dem westlich-liberalen Pluralismus. Auch dieser Islam gehört nicht zu Deutschland, sondern muss unter Umständen mit Waffengewalt bekämpft werden. Selbst in dem angeblich „moderat islamischen“ Tunesien sitzen Homosexuelle im Gefängnis und werden Frauen von Gesetzes wegen massiv benachteiligt.

Offensichtlich entwickeln sich die Dinge derzeit nicht zum Besseren. Deshalb muss unterschieden werden. Hunderttausende hier lebende und loyale Bürger muslimischen Glaubens achten die Gesetze, Verfassungsnormen und Toleranzgebote. Sie gehören zu Deutschland – nicht jedoch „der Islam“.