Niemand kann verhindern, dass sich bei der Polizei Menschen bewerben, die für diesen Job ungeeignet sind. Das gibt es in jedem Beruf, bei Lehrern, Elektrikern, Ärzten, Friseuren, Journalisten, Politikern. Aber man kann durchaus verhindern – und zwar viel effektiver als anderswo –, dass Ungeeignete tatsächlich Polizist werden.

Wenn es hier Nachholbedarf in Berlin gibt, wo über die Polizeiakademie derzeit seltsame Zustandsbeschreibungen, gar Gerüchte der Unterwanderung krimineller Clans kursieren, dann ist das schnell zu erledigen.

Die Institution sind selbst gefragt

Dabei führen zwei Wege zum Ziel: Erstens muss ein Beruf attraktiv sein, also gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen bieten. Nur dann bewerben sich so viele Menschen darauf, dass eine wirksame Bestenauslese erfolgen kann. Zweitens muss es einen Mindestbestand an Einstellungsvoraussetzungen geben, der nicht zur Debatte steht. Dazu gehört bei der Polizei, neben einwandfreien Deutschkenntnissen, die persönliche Eignung für den Staatsdienst in einer Demokratie.

Für das erste, die Attraktivität, hat die Politik zu sorgen. Für das zweite, die Bestenauslese, die Polizei. In Berlin gibt es nach den Sparjahren und wegen gestiegener Sicherheitsbedürfnisse zu wenig Polizisten, und sie werden im Bundesvergleich zu schlecht bezahlt. Die Politik ist dabei, dies zu ändern. Das muss schnell gehen, um gute Bewerber anzulocken. Doch klar ist auch: Wenn es stimmt, dass in Berliner Polizeiklassen Lümmel egal welchen Hintergrunds herumhocken und unaufholbare charakterliche Defizite an den Tag legen, dann ist die Institution selbst gefragt.

Es gilt jetzt aufzuklären

Sie muss solche Leute hinauswerfen, und zwar achtkantig. Zugleich hätten aber auch Ausbilder der Polizeiakademie den Beruf verfehlt, wenn sie eine offenbar rassistische Perspektive auf Anwärter einnehmen. Menschen mit Einwanderungsgeschichte gehören in die Polizei, schon gar die der Hauptstadt. Nicht in die Polizei gehören Rechtsextreme, Staatsfeinde, Frauenverächter und undisziplinierte Testosteron-Pakete.

Es gilt jetzt aufzuklären, ob an den Meldungen über die Berliner Polizei wirklich etwas dran ist oder nur ein frustrierter Innendienstler sein Mütchen an der Hausspitze kühlen wollte. Auch das ließe übrigens auf mangelnde Eignung schließen.