Berlin - Die Zunahme der Arbeitsplätze in Berlin liegt, wie Arbeitssenatorin Dilek Kolat nochmals freudig betont hat, über der im Rest der Republik. Vorbildlich ist der Aufschwung besonders bei den Sozialgerichten, die jetzt weitere neun Richter bekommen werden, um der unendlichen Flut von Hartz-IV-Klagen Herr zu werden. 129 Richter arbeiten jetzt da. Sage noch einer, Hartz IV schaffe keine Arbeitsplätze.

Ach, wenn auch andere Branchen diesem Vorbild nacheifern würden!

Die haben in der Regel allerdings das Problem, dass sie gute Produkte herstellen und verkaufen müssen und damit Jobs schaffen. Bei den Jobcentern ist es umgekehrt: Sie sind die lausigsten Behörden unter der Sonne und schaffen mit ihrer Missorganisation, unverständlichen Bescheiden und schlechter Behandlung der Arbeitslosen täglich zuverlässig neue Grundlagen für weitere Klagen, weitere Richterstellen…

Doch so sehr man jedem Sozialrichter den Job gönnt: Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hat, Heureka!, erkannt, dass man durch professionellere Organisation der Jobcenter Klagen verhindern könnte. Da sieht man mal wieder, wie so ein frischer Politikseiteneinsteiger endlich die einfachen, eigentlichen Fragen stellt.

Nicht genug: Bereits 2012 hatte der Chef der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg, Dieter Wagon, die kühne Idee, dass die Arbeitsvermittler, die heute oft den ganzen Arbeitsmarkt von Aalräucherei bis Zylinderstifte abdecken, sich auf bestimmte Berufsfelder spezialisieren sollen. Sie hätten dann Ahnung von dem, was sie den Arbeitslosen empfehlen. Sensationell!

Und jetzt noch die Coach-Idee von Frau Kolat: man will sich jetzt um den Menschen im Arbeitslosen kümmern, nach sieben Jahren Hartz. Toll! Wenn das so weitergeht, herrscht 2014 in Berlin Vollbeschäftigung. Auch ohne Jobmaschine BER.