Obst mag ja gesund sein, aber Obst macht Stress und Stress ist ungesund.

Mit Obst gibt es eigentlich nur Ärger - egal ob Ananas oder Banane

Äpfel zum Beispiel. Manchmal sind sie mehlig oder matschig oder zu süß oder zu sauer, und dann hat man da erstmal keine Lust mehr drauf. Es dauert eine Weile, bis sich wieder genügend Vertrauen aufgebaut hat. Außerdem gibt es da immer das Problem mit dem Kerngehäuse. Kinder von heute mögen Äpfel sowieso nur klein geschnitten und ohne Schale. Wer beißt denn heutzutage noch einfach so in einen Apfel?

Mit dem anderen Obst ist es noch schlimmer. Grapefruits schafft man nur einmal im Jahr. Das ist ja fast schon eine meditative Beschäftigung: Grapefruit teilen und mit dem Messer die Stückchen lockern. Ist der Zucker darauf nicht auch schon wieder ungesund? Nach dem Auslöffeln klebt alles, und man kann endlich mal wieder die Küche wischen.

Mit Bananen gibt es auch nur Ärger. Die ersten zwei werden noch mit Begeisterung verspeist, die anderen sind schon am nächsten Tag braun. Man lässt sie aus Anstand noch ein, zwei Tage liegen, dann sind die Fruchtfliegen da. Bei Erdbeeren ist es ähnlich. Begeistert isst man eine aus dem Schälchen, dann stellt man sie in den Kühlschrank, dort verlieren sie ihr Aroma und nach drei vier Tagen sind sie reif für den Biomüll. Ananas wird gar nicht mehr gekauft. Erst ist das Aufschneiden so schwierig, dann ist sie sauer und holzig.

Die schlechte Plastikverpackung sorgt schon im Supermarkt für Chaos

Heidelbeeren gehen immer. Die muss man einfach nur waschen. Die kann man mit Joghurt essen, mit Kefir oder einfach so. Heidelbeeren ersetzen mittlerweile alles andere Obst. Man bekommt keine klebrigen Finger, da bleiben keine Kerne übrig und keine Schale. Nur aufpassen muss man, dass die Packung nicht aufgeht. Heidelbeeren werden gern in einer Doppelschale verpackt: unten instabiles Plastik, oben auch. Der Deckel fällt vom bloßen Ansehen ab.

Da hat man eine Schale Heidelbeeren in der Hand und bückt sich im Supermarkt nach der Butter, dabei fällt der Deckel ’runter, und die Heidelbeeren rollen zu Boden. Nette Leute helfen mit, die Beeren einzusammeln und man fühlt sich wie Aschenputtel mit den Täubchen.

Keine Beere bleibt zurück, alle kommen wieder ins Schälchen. Die kann man ja waschen, bekommt man noch gesagt und ist erfreut über so viel Achtsamkeit. Das hätten die guten Heidelbeeren auch nicht verdient, auf dem Supermarktboden festgetreten zu werden. Nach dem Bezahlen stellt man das Schälchen sorgfältig obenauf in den Rucksack.

Man könnte Obst eine neue Chance geben - bis man wieder enttäuscht wird

Allein der Deckel will nicht mehr so recht passen. Man hofft das Beste, aber Hoffen reicht nicht. Beim Ausräumen zu Hause stellt sich heraus, dass sich die Heidelbeeren im Rucksack verteilt haben. Drei Tage später, beim nächsten Einkauf, stellt sich heraus, dass da immer noch Heidelbeeren im Rucksackgrund siedeln. Es klebt und matscht an Fingern und am Reisepass. Jetzt ist erstmal Schluss mit Heidelbeeren. Na gut.

Heute könnte man vielleicht den Äpfeln eine neue Chance geben. Bis zur nächsten Enttäuschung.