Angela Merkel hat eine kluge Entscheidung  getroffen, als sie den klugen Peter Altmaier vor langer Zeit zu ihrem Kanzleramtschef machte. Keine Frage.
Angela Merkel hat auch eine kluge Entscheidung getroffen, als sie Peter Altmaier in diesen Tagen zu einem ihrer Wahlkampfmanager für das Projekt Wiederwahl  im Herbst machte. Beides also durchaus smarte Ideen der Kanzlerin. So weit ja.

Problematische Entscheidung

Aber ist es auch klug, beide Entscheidungen in der Kombination zu treffen? Nein, das ist es nicht. Warum nicht? Weil ein Kanzleramtschef nicht gleichzeitig ein Wahlkampfchef für eine Partei, in diesem Fall für die CDU, sein sollte. Weil ein Kanzleramtschef nicht gleichzeitig ein Büro in einer Parteizentrale haben sollte.
Und warum nicht? Dafür gibt es verschiedene Gründe, und jeder für sich ist gewichtig genug, Merkels Entscheidung problematisch zu finden. Ein ganz einfacher Grund ist schon mal der, dass man eigentlich nicht erwarten darf, dass ein Kanzleramtschef nebenher noch Zeit für die Leitung einer Wahlkampfkampagne hat. Und nebenbei bemerkt wird er ja auch aus Mitteln der Allgemeinheit für eine Vollzeitstelle im Kanzleramt bezahlt.

Unvermeidliche Interessenskonflikte

Aber von solchen kleinlichen Gedanken mal abgesehen: Merkel ist Kanzlerin aller Deutschen, ihr Kanzleramtsminister hat da die gleichen Loyalitäten zu pflegen. Aber wie will er in Zukunft bei Entscheidungen im Amt dafür Sorge tragen, dass er sich nicht auch von Wahlkampfinteressen seiner Partei leiten lässt?
Sicher, das Problem hat Merkel auch, aber bei ihr liegen diese Dinge in der Regel öffentlich zutage. Bei einem Kanzleramtsminister ist das nicht so einfach nachzuvollziehen.  Und wenn wir nun davon ausgehen, dass der kluge Peter Altmaier das trotz aller Versuchungen dennoch gut auseinanderhalten kann? Dann gilt das gewichtigste Argument gegen eine solche Entscheidung: nämlich, dass man den Politikverdrossenen nicht noch mehr Anlass geben sollte zu dem verbreiteten (Irr-)Glauben, dass die Amt- und Würdenträger ohnehin alles unter sich ausmachen, in Partei und Regierung. Das wäre durch eine weitere kluge Entscheidung  übrigens ganz einfach zu verhindern. Und die wäre? Es kann nur einen Peter Altmaier geben, hier oder dort.