Derzeit beschäftigt Polens Staatspräsident die Frage, ob dem US-amerikanischen, 1947 in Warschau geborenen, in Princeton lehrenden Historiker Jan Tomasz Gross der polnische Verdienstorden entzogen werden soll. Erhalten hatte Gross die Auszeichnung 1996 für sein frühes Engagement zugunsten von Solidarnosc und für sein grandioses Buch über die sowjetische Terrorherrschaft in dem Teil Polens, der 1939 infolge des Hitler-Stalin-Pakts für knapp zwei Jahre unter die Herrschaft Moskaus fiel (Deutsch: „Und wehe du hoffst …“).

Bekannt wurde Gross 2001 mit seinem Werk „Nachbarn“. Darin klärte er auf, wer am 10. Juli 1941 das Massaker an Hunderten jüdischen Frauen, Männern und Kindern in der ostpolnischen Städtchen Jedwabne begangen hatte: nicht Deutsche, sondern polnische Nachbarn, die sich anschließend des Eigentums der Toten bemächtigten.

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