Berlin - Hochseilgärten, Raftingtouren und Kletterexkursionen – die Liste der Teambildungs-Maßnahmen für Firmen, in denen der Haussegen schief hängt oder deren Mitarbeiter sich eine Prämie erarbeitet haben, ist lang. Häufig tauchen solche Events später dann als Kostenfaktor in der Jahresbilanz auf. Und für die Angestellten bedeuten sie meist, einen Tag lang den Angstschweiß in schwindelerregenden Höhen vor dem Chef zu verbergen und zu demonstrieren, wie viel Spaß sie doch haben.

Da ist die teambildende Maßnahme des noch nicht eröffneten Hotels Waldorf Astoria zu loben: Im Park Jungfernheide, nur wenige Kilometer vom Standort des Luxushotels entfernt, befreiten die Mitarbeiter die Freilichtbühne von Unkraut und stutzten die Hecken. Keine weite Anreise, keine bilanzverschlechternden Kosten und keine heuchlerische „Jippie, die Höhe macht mir gar nichts aus“-Mentalität.

Stattdessen aber Mitarbeiter, die fröhlich scherzten, sich gegenseitig motivierten und stolz waren, zusammen etwas anzupacken. Wäre doch schön, wenn es später in der Arbeit im Hotel genauso gut und entspannt zugehen würde wie beim gemeinsamen Unkrautzupfen.

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, dem so unkompliziert geholfen wurde, ist voll des Lobens angesichts des Engagements der neuen Nachbarn. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich eine global agierende Hotelkette um die kleinen Ecken im Kiez sorgt.

Über Jahre hinweg fand sich niemand, der die Freilichtbühne pflegen und unterhalten wollte. Jetzt, wo sie wieder sauber ist, findet sich vielleicht jemand, der Lust hat, die Bühne wieder zu bespielen. Und dann kann ja Hotelchef Niemann seine Mannschaft wieder in die Bühne einladen, zum gemeinsamen Musikhören oder Filmgucken.