Berlin - In dieser Woche wird Berlin erleben, ob der innerstädtische Flughafen im Nordwesten der Stadt auch den Verkehrszuwachs verkraften wird, den ihm die erneute Verzögerung bei der Fertigstellung des BER beschert hat – oder ob es jetzt tatsächlich wie befürchtet zum Kollaps kommen wird.

Die Zahlen verheißen nichts Gutes. Air Berlin erhöht die Zahl der Starts und Landungen um acht Prozent, die Lufthansa sogar um 35 Prozent. Und das auf einem Flughafen, der ohnehin seit Jahren am Rande der Kapazität agiert. Einst für sechs Millionen Passagiere jährlich ausgelegt, drängten sich 2011 fast 17 Millionen in den Terminals.

Rein rechnerisch könnte der Flughafen noch viel mehr Flüge verkraften. Doch was nützt das, wenn die Zufahrt mal wieder zugestaut ist, die Bodendienste mit teils demotiviertem Personal sowie unmodernem Gerät arbeiten und es für den Umsteigeverkehr an Platz mangelt? Wenn Stellplätze fehlen, um Flugzeuge im Winter zu enteisen und die Gepäckanlagen den Andrang nicht mehr bewältigen?

Jetzt rächt sich, dass Berlin beim Projekt BER so viel Zeit vertan und verloren hat – Zeit, in der in Tegel nur das Nötigste investiert wurde. Senat und Flughafen müssen alles dafür tun, um die schlimmsten Engpässe zu beseitigen. Doch zur Gänze wird ihnen das nicht gelingen.