Berlin - Als die Love-Parade den Tiergarten in Müll und Raver-Urin ertränkte, nahm man das in Kauf, es ging ja um das hippe Image Berlins. Auch der Aufenthalt im Mauerpark wird trotz der ständigen Ferkeleien dort nicht untersagt. Und den Kampf gegen das asoziale Verhalten der meisten Hundebesitzer (ausgenommen die ca. zwei Prozent Anständigen mit der Plastiktüte!) hatte schon Eberhard Diepgen aufgegeben. Er ließ teure Hundekotstaubsaugerautos anschaffen, Geld spielte keine Rolle, die sogenannten Tierliebhaber sind Wähler.

Die Beharrlichkeit der Konservativen beim Grillverbot ist deswegen so groß, weil sie sich aus dem Ressentiment gegen Ausländer speist. Migranten sind die Mehrheit der Picknicker. Grillen im Tiergarten verbieten heißt nichts anderes als: Türken raus aus unserem Park! Während ganz Deutschland entsetzt ist über die mörderische Ausländerfeindlichkeit am rechten Rand, macht die CDU unverdrossen in der rechten Mitte weiter Stimmung im Sinne Thilo Sarrazins. A propos: Der ist ja Mitglied in der Berliner SPD und hat offenbar auch im Kreisverband Mitte seine Fans.

Sonst würde der diese miese Symbolpolitik nicht mitmachen, nur um weiter den Bürgermeister zu stellen. Keine Frage: Auch unter den Migranten gibt es Leute, die sich nicht benehmen können und Müll wegwerfen. Da hilft ein saftiges Bußgeld. Aber einen Polizeieinsatz zur Vertreibung grillender Migranten zu riskieren, und das mitten im „weltoffenen“ Berlin, ist völlig daneben. Vielleicht kommt Christian Wulff (CDU) vom Bellevue mal rübergeschlendert: „Grillen im Tiergarten gehört zu Deutschland.“