Als Angehörige einer seit Jahrhunderten bürgerlich verfassten Handelsnation wissen die Niederländer, wo ihre Interessen liegen. Jetzt haben sie gegen das im Mai 2014 geschlossene Assoziierungsabkommen der Europäischen Union mit der Ukraine gestimmt. Dafür gibt es rationale, keineswegs nationalistische Gründe. Gerade diejenigen, die Europa stärken wollen, sollten überlegen, wie sie abgestimmt hätten, wäre es ihnen ermöglicht worden. Der vom Bundestag längst ratifizierte Vertragstext steht im Amtsblatt.

Seine letzte Form erhielt er während des sogenannten Euro-Maidan 2014. In der Präambel wird behauptet, die Ukraine sei „durch gemeinsame Werte“ mit der EU verbunden und bekenne sich „zur Förderung dieser Werte“. Ist denn bis heute aufgeklärt, wer alles auf dem Maidan geschossen hat? Gibt es eine unabhängige Justiz? Gibt es eine geordnete Verwaltung? Wird die Korruption bekämpft? Entspricht es europäischen Werten, dass der Fußballverein Karpaty Lwiw (Lemberg) den Judenmörder und Nazikollaborateur Stepan Bandera zum Vereinspatron erkor und es in der Westukraine von Banderastraßen neuerdings nur so wimmelt? Die Niederländer beantworteten diese Fragen jetzt mehrheitlich mit Nein, weil sie Realisten sind und auch die vielen anderen Probleme der EU in Betracht ziehen.

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