Berlin - Eigentlich kann man es kaum glauben, denn die Sonne scheint hier nun wirklich nicht wie im Süden, doch in Berlin gibt es zehn Weinanbaugebiete, und die Weine sind mitunter gar nicht mal soooo übel. Es gibt Weine wie den Kreuz-Neroberger, der am Nordhang des Kreuzbergs in einer Gärtnerei wächst. Oder das Wilmersdorfer Teufelströpfchen, das an einem Hang des Teufelsbergs angebaut wird.

Das größte Weingut der Stadt befindet sich allerdings in Neukölln, wo Viktor Sucksdorf mehrere Hundert Liter Wein pro Jahr produziert. Dieses Jahr allerdings könnte die Weinernte ausfallen, denn es war zu kalt in der vergangenen Anbauperiode.

Verkauft werden darf der Berliner Wein ohnehin nicht, die Hauptstadt gehört laut Deutschem Weingesetz nicht zu den 26 Weinanbaugebieten des Landes. Man darf den Wein aber gegen eine Spende erwerben oder ersteigern. So gibt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg den Kreuz-Neroberger gegen eine Spende von zehn Euro in kleinen Mengen ab. Alles hätte so schön sein können – Berliner Wein, eine hübsche kleine Folklore, auch wenn Sucksdorf das Getränk in größerer Menge produziert. Gefährlich wird er dem internationalen Weinmarkt wohl nie werden.

Doch Heinz Buschkowsky will seinen Schreibtisch offenbar aufgeräumt hinterlassen und verlangt die Vernichtung der über tausend Rebstöcke, ganz plötzlich ist ihm wohl aufgefallen, dass der Verein zur Förderung der Berliner Weinkultur nicht die nötigen Befugnisse zum Anbau hat.

Warum der Bezirksbürgermeister auf einmal so vehement auf die Einhaltung der Verordnung pocht, weiß niemand. Natürlich kann man sich immer auf das Gesetz berufen, kleinlich wirkt es hingegen schon, am Ende seiner Laufbahn noch einmal den Beamten rauszukehren. Es ist doch nur ein Schlückchen.