Seit Tagen brennen Nacht für Nacht wieder Autos in der Stadt. Die selbsternannten Linksautonomen aus der Rigaer Straße haben zu „Rache" für den Polizeieinsatz und der Räumung des Erdgeschosses ihres besetzten Hauses aufgerufen.

Linker Klassenkampf auf Berliner Straßen? Ja wäre es denn mal ein Klassenkampf. Dann würde es vielleicht lohnen, sich damit zu beschäftigen. Aber es deutet nichts, aber auch gar nichts darauf hin, dass es den Aktivisten um etwas anderes geht, als ihre persönlichen Interessen. Klassenkampf? Was sich im Haus in der Rigaer Straße und auf den nächtlichen Straßen abspielt ist linksradikaler Lobbyismus. Da sind egoistische Ichlinge am Werk, die nichts anderes wollen, als ihr besetztes Haus zu behalten. Von den Problemen der Stadt und der Berliner ist keine Rede.

Keine Rede auch davon, wie eine Gesellschaft demokratischer oder freiheitlicher werden könnte. Alles legitime linke Forderungen, die man sogar klassenkämpferisch vertreten könnte. Allerdings leben wir glücklicherweise in einem Rechtsstaat, also müsste auch ein Klassenkämpfer sich die Mühe machen, Ziele und Wege zu beschreiben. Der Wunsch „ohne Gesetze" im besetzten Eigentum zu wohnen ist da ein bisschen dürftig.

Ohnehin würde nichts das Anzünden von Autos rechtfertigen. Hier handelt es sich schlicht um Kriminalität, der ein politisches Mäntelchen umgehängt werden soll. Die brennenden Autos sind ein Fall für die Polizei.

Allzuviel Hoffnung auf ein schnelles Ende sollte man sich trotz der neuen Sonderkommission nicht machen. Täter, die ohne System aus dem Nichts auftauchen sind schwer und womöglich nur mit Glück zu fassen.

Dass der Konflikt um das besetzte Haus friedlich zu lösen ist, scheint unrealistisch. Der Eigentümer möchte räumen, die Besetzer zu ihren Bedingungen drin bleiben. Da ist kein Kompromiss in Sicht.

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