Warum nur schreiten die Grünen von einem Umfrageerfolg zum nächsten? Ganz einfach: Die Wähler sind nicht dumm. Sie bemerken die Erneuerung. Anders als die Einmannshow der FDP präsentieren sich die Grünen in angenehmer Vielfalt. Anders als Die Linke, deren Spitzenrechthaberinnen und -rechthaber das ewig Gleiche herunterklappern, suchen die Grünen nach aktuellen Antworten. Nach dem von der FDP vollzogenen mitternächtlichen Abortus der schwarz-gelb-grünen Koalitionspläne ergriffen sie vor einem halben Jahr ihre Chance: Sie wählten frische Spitzenkräfte, und das ohne die Vorgänger zu demütigen, wie es in der SPD gang und gäbe ist.

Die Neuen – Annalena Baerbock (37) und Robert Habeck (48) – sind hervorragend ausgebildet, leben in bürgerlichen Verhältnissen, sind zufällig so alt wie mein ältester Sohn und meine jüngste Tochter, und haben wie diese Kinder. Im Gegensatz zu Sahra Wagenknecht oder Peter Altmaier wissen sie aus täglicher Anschauung, wie es in deutschen Kindergärten und Schulen zugeht; sie durchleben, wie schwierig es ist, in einer bestimmten Lebensphase Beruf und Familie gleichermaßen gerecht zu werden. Zwar gelten Baerbock und Habeck als „Realos“, aber sie sind alles andere als ein Abklatsch von Winfried Kretschmann.

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