War es strategische Weitsicht oder schlicht Einsicht in die eigene Schwäche? Die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten (YPG) haben am Sonntag überraschend schnell die von der türkischen Armee belagerte Stadt Afrin geräumt. Dass die Entscheidung auch für die kurdischen Verteidiger überstürzt kam, darauf deuten Waffen- und Munitionslager hin, die den Eroberern in die Hände fielen. Experten hatten eine lange und blutige Schlacht um die Stadt erwartet, in der zuletzt noch 200.000 Menschen ausgeharrt haben sollen.

Nun kontrolliert Ankara den gesamten Kanton und hat damit eines seiner Kriegsziele erreicht: einen Zusammenschluss der kurdisch kontrollierten Gebiete entlang seiner Grenze zu verhindern. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will jetzt möglichst schnell Hunderttausende syrische Flüchtlinge aus der Türkei nach Afrin bringen und im Kurdengebiet ansiedeln.

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