Sie sei niemand, der auf den Putz haue, hat Monika Lüke, Berlins neue Integrationsbeauftragte, erst kürzlich von sich gesagt. Das ist eine höchst interessante Selbstwahrnehmung angesichts des ersten Monats ihrer Amtszeit. Sagen wir es so: Man darf sich freuen auf den Moment, in dem Monika Lüke mal wirklich auf den Putz haut – wenn sie das, was bisher geschah, als Leisetreterei empfindet.

Gut eine Woche nach ihrem ersten Arbeitstag als Abteilungsleiterin der Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) kofferte sie Frank Henkels Staatssekretär Bernd Krömer von der CDU an, weil der ihr keinen kurzfristigen Termin gab. Gut einen Monat nach Amtsantritt kriegt jetzt Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky von der SPD – ja, nach einigem Zögern haben wir uns letztlich doch zu diesem Witz durchgerungen – sein Fett weg.

Buschkowskys Buch „Neukölln ist überall“, als Gutmenschenkritik geschickt in die postsarrazinistische Leere hineinpubliziert, hält die Sozialdemokratin, Juristin und Ex-Generalsekretärin von AI Deutschland für ziemlich unsäglich. Buschkowskys populäre These vom gescheiterten Multikulti-Projekt sei „schlicht falsch“ angesichts von einer Million Berlinern mit Zuwanderungsgeschichte, davon 80 Prozent deutsche Staatsbürger.

Durch den negativen Tenor trage er „selbst massiv zu Abschottung bei und stößt Einwanderer vor den Kopf“, sagte Lüke dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Lükes bester Satz: Einwanderer, sagt sie, „gehören zu uns, sie sind Deutsche.“ Migranten seien nicht die anderen – „das sind wir“.

Genau das ist der Punkt: Würde Buschkowsky nicht ständig unterteilen in Deutsche und Ausländer, dann wäre seine rigide Sanktionspolitik am Rande der Verfassung zwar immer noch Irr- bis Unsinn. Aber wenigstens kein rassistischer Unsinn mehr.

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