Am Ende dieses Wahltages sitzt die AfD in drei weiteren Bundesländern in den Parlamenten. Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben jetzt neben Brandenburg, Bremen, Hamburg, Sachsen und Thüringen Landtage, in denen die rechtsgerichtete Partei sich erstmals etabliert hat. Wie konnte es dazu kommen? Was ist da in den vergangenen Monaten schiefgelaufen, dass sich am rechten Rand in Deutschland eine Gruppierung entwickelt hat, die vor unserem Rechtsstaat und unserer Verfassung keinen Respekt hat, die mit menschenverachtenden Parolen durch die Straßen marschiert  und dann auch noch gewählt wird?

Es gibt zwei Möglichkeiten, auf dieses neue Phänomen zu schauen: mit Verzagtheit oder mit Gelassenheit. Verzagt haben die Politik und die etablierten Parteien den Aufstieg der AfD beobachtet. Statt mit Selbstbewusstsein die eigenen Positionen zu vertreten, wurde dies seitens der Parteien wahlweise mit Gezeter, Beschimpfungen oder – auch nicht besser – mit Ignoranz quittiert. Alles in allem mangelt es den handelnden Politikern offenbar an Selbstsicherheit, und es fehlt der Glaube an die Stärke  unserer Demokratie. Blickt man von diesem Wahlsonntag aus einmal zurück, tut sich ein erschreckendes Vakuum an Zuversicht auf bei allen, die politische Verantwortung tragen. Die Kanzlerin sah sich nur wenige Wochen nach ihrem Satz „Wir schaffen das“ einer wankelmütigen CDU gegenüber. Die CSU glaubte gar, sie könne punkten, indem sie Merkel öffentlich demütigt.  Wundert sich jemand, dass verunsicherte Wähler das Vertrauen in die Politik verlieren?

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