Berlin - Seit 2017 hat Brandenburg 1,6 Millionen Euro ausgegeben, um Landwirte davor zu schützen, dass deren Schafherden oder ihre Kälber von Wölfen gefressen werden. Oder das Geld ging an Bauern, deren Äcker überflutet wurden, weil Biber in der Nähe ihre Dämme gebaut hatten.

Das Geld ist sehr gut angelegt, kommt aber leider ziemlich spät, denn auf dem platten Land sind die streng geschützten Wölfe und Biber nicht sehr beliebt. Das liegt auch daran, dass die Bauern im Schadensfall lange Zeit auf die Entschädigungszahlungen von Stiftungen hoffen mussten und dass die Länder erst spät Entschädigungsprogramme auflegten.

Das ist kein Vorwurf an die Länder, denn eigentlich ist das nicht deren Problem. Dass sich Wölfe und Biber in Brandenburg wohlfühlen, kann und sollte dem Land nicht vorgeworfen werden. Deshalb sollte der Bund die Länder nicht alleinlassen, wenn es darum geht, betroffene Landwirte zu entschädigen.

Natürlich ist es absurd, jeden für alles entschädigen zu wollen. Aber bei streng geschützten Tieren ist es durchaus anders. Wenn ein Biobauer seine Tiere nicht in einem Großstall hält, sondern vorbildlich auf der Weide, kann er schnell pleite sein, wenn sich in der Nähe ein Wolf niederlässt. Weidezäune sind sehr teuer.

Am Umgang mit streng geschützten Tieren zeigt sich, ob der Mensch die Sache mit der Erhaltung der Artenvielfalt ernst nimmt. Gerade hat die Weltartenschutz-Konferenz in Genf festgestellt, dass die Menschen schon bald eine Million von acht Millionen Tierarten ausgerottet haben könnten. Die Frage ist, ob die Deutschen wollen, dass bei ihnen auch Wolf und Biber dazugehören. Wenn sie es nicht wollen, muss der Bund auch dafür zahlen.