Berlin - Seit einiger Zeit ist der Görlitzer Park in Kreuzberg als Dealerhochburg nicht mehr täglich in den Schlagzeilen. Man sei auf dem richtigen Weg, verlautet es aus dem Bezirksamt. Tatsächlich stellen Polizisten fest, dass noch Drogen auf und am Gelände verkauft werden. Jedoch habe sich die Aggressivität etwas gelegt. Passanten würden nicht mehr so häufig angepöbelt – es herrscht ein bisschen Frieden im Görli.

Der Bezirk hat einiges getan. Das ist gut. So wurden alte Bäume und Büsche, die als Drogenverstecke dienten, entfernt und an deren Stelle neue gepflanzt. Einige Schmuddelecken wurden beseitigt. Der Müll ist abgefahren worden. Ein Spielplatz soll in den nächsten Wochen entstehen. Manch ein Anwohner fühlt sich nun wohler.

Und die Dealer auch. Viele von ihnen waren wegen der täglichen Razzien der Polizei weitergezogen. Dealer mögen keinen Stress. Jetzt sind sie wieder zurückgekehrt. Denn es wird Sommer, die Nachfrage wächst. Vor allem bei den Touristen.

Dem Baustadtrat reichen die Erfolge nicht. Der Grünen-Politiker will für 80.000 Euro pro Jahr einen Parkmanager engagieren. Zusätzlich sollen sogenannte Parkläufer für Ordnung sorgen. Sie sollen rücksichtslose Besucher ansprechen und sogar das Grillen verhindern. Sie sollen Hundebesitzer ermahnen, ihre Tiere an die Leine zu nehmen und die Kacke aufzusammeln.

Das alles kostet jedoch enorm viel Geld, und wird nicht viel bringen. Denn die Dealer bieten ihre Ware weiter an, nur nicht mehr auf dem Hauptweg sondern am Rand und davor. Und wenn man sie vertreibt, ziehen sie eben weiter – zum Beispiel nach Friedrichshain oder Pankow. Drogenhandel wird es in einer Großstadt wie Berlin immer geben. Das weiß der Baustadtrat hoffentlich.