Berlin - Da kann man nur alles Gute wünschen. Und hoffen, dass es dem BER-Untersuchungsausschuss tatsächlich gelingt, die Ursachen der Flughafenpleite zu ergründen. Wer sich damit befasst, hat ja schon eine Ahnung, wo das Grundproblem liegt: Eine eigentümliche Mischung aus Größenwahn, Unfähigkeit sowie fehlender Kontrolle in Aufsichtsrat und Politik hat wesentlich zu den Terminverschiebungen und Verteuerungen beigetragen, die diese Region zum Gespött machen.

Es ist eine Berlin-Brandenburger Mixtur. Politikerscharen haben das Projekt oft fast schon verzweifelt verteidigt, weil es in dieser gebeutelten Gegend sonst kaum Erfolgsgeschichten gibt. Ihr betonhartes Mantra, dass der Flughafen endlich den ersehnten Aufschwung bringen werde, hat in der Politik, in der Flughafengesellschaft und in deren Aufsichtsrat jene fatale Kultur des Abnickens, Ja-Sagens und Wegsehens erzeugt, in der Probleme ausgeblendet wurden und Kritik gar nicht erst hochkam. Diese Atmosphäre war eine der Ursachen dafür, dass Organisations- und Steuerungsfehler oft erst dann erkannt wurden, als es zu spät war. Das allein gibt Stoff für viele Ausschusssitzungen. Es wäre viel gewonnen, wenn Aktenstudium und Zeugenbefragungen dazu nun neue Details ans Licht befördern.

Leider ist es aber so, dass sich Piraten und Grüne noch viel mehr Arbeit aufgehalst haben. Sie wollen auch die längst ausdiskutierte Frühgeschichte des BER aufarbeiten – von der Standortfrage bis hin zu den Flugroutenplanungen. Wenn sie sich hier verzetteln, landen sie im Aus. Darum ist zu hoffen, dass diese Themen nur kurz gestreift werden. Damit rasch damit begonnen werden kann, die wesentlichen Ursachen des Desasters aufzuklären.