Berlin - Die Alte Försterei, Fußballplatz in der Wuhlheide seit 1920 und Heimstätte des Klubs seit seiner Gründung 1966, stand vor der Schließung. Zu kaputt, zu unsicher, befanden die Verantwortlichen. Was also tun? Umziehen ins Olympiastadion oder in den Jahnsportpark, sagten Berlins Politiker. Weg aus Köpenick? Für Union-Fans und Verein unvorstellbar.

In Köpenick wurde man zuerst zornig und dann kreativ. Man besann sich auf die eigene Stärke, auf „das Eiserne“ von Union. Statt über die Politik zu greinen, baute man selbst. 2000 Fans zementierten die Stehtribünen, strichen Geländer, pflanzten Büsche und Bäume. Sie nennen das Stadion, in dem sie durch ihre Arbeit Werte in Höhe von rund drei Millionen Euro schufen, ihr Wohnzimmer. Zuletzt kauften sie sogar Aktien, um die neue Haupttribüne, die noch fehlt, mit zu finanzieren. Auch für die Tribüne wird kein Steuergeld verwendet.

Der Köpenicker Verein ohne Hauptstadtanspruch hat Bemerkenswertes geleistet, nicht nur sportlich, wo man sich in der zweiten Liga etabliert hat. Wenn die Alte Försterei im nächsten Jahr komplett ist, ist sie mehr als eine der üblichen Fußball-Arenen. Sie ist ein Stück Heimat, ein Stück Berlin.