Kommentar zum ÖPNV: Die Verkehrspolitik muss zupacken

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg senkt die Fahrpreise im Öffentlichen Nahverkehr. Gerade wurde dies für Schülerfahrkarten beschlossen. Als nächstes sind die Auszubildenden dran. Es werde noch mehr Vergünstigungen geben, sagte ein Sprecher der Verkehrssenatorin der Berliner Zeitung am Sonntag.

Das sind gute Nachrichten für Familien, weil sie dann weniger Kosten haben. Es ist aber auch eine gute Nachricht für die Umwelt und das Leben in der Großstadt im Allgemeinen. Die Verkehrssenatorin macht offenbar ernst mit einem Versprechen. Es ist die Idee, die Stadt wieder lebenswerter zu machen, die letztlich dahinter steht. Schon wurde der Senatorin eine Anti-Auto-Politik vorgeworfen. Dabei sind es bisher nur kleinste Entscheidungen, die eine neue, eine alternative Verkehrspolitik zu dem bisher Üblichen erkennen lassen. Ein paar Euro weniger für Fahrkarten. Ein bisschen Tempo 30 auf der Leipziger Straße. Neue Fahrradwege. Es könnte viel schneller voran gehen. Lärm- und Gestankgeplagte Anwohner wünschen sich durchaus härtere Maßnahmen, um den Autoverkehr zurück zu drängen.

City-Maut, Blitzer an allen Hauptverkehrsachsen: Warum denn nicht? Stattdessen wird der Autoverkehr bisher nur sehr behutsam ein wenig eingedämmt. Die Verantwortlichen dürften ruhig mehr Mut wagen. Auf dem Teilstück der Leipziger Straße, das auf Tempo 30 beschränkt wurde, kann man doch jetzt schon sehen, dass die Beschränkung sich positiv auswirkt. Plötzlich fließt der Verkehr wieder, langsamer zwar aber stetig. Der Stau beginnt, dort, wo wie bisher Tempo-50 erlaubt ist. Vielleicht sollte man das schnell ändern.