Barfuß im Gras und den Lieblingssong hören. Eigentlich verdiene er das gar nicht, singt der 27 Jahre junge, aber längst zum musikalischen Superstar avancierte Ed Sheeran in seinem Song „Perfect“. Sie sieht sooo gut aus, und er hat sich auch nicht schlecht entwickelt. Seine Fans lieben ihn und zahlen – und wenn es schlecht für sie läuft, sogar doppelt.

So erging es am Donnerstagsabend Hunderten, die ihre Eintrittskarten für das Konzert im Olympiastadion zwar ordentlich bezahlt, dabei aber nicht die Registrierungsvorschriften beachtet hatten. Das Management von Ed Sheeran bestand darauf, ausschließlich personalisierte Karten auszugeben. Wer seine Zugangsberechtigung über Drittanbieter im Internet erworben hatte, musste noch einmal in die Tasche greifen oder nach Hause gehen.

Freiheitsgefühl bleibt vor der Tür

Ed Sheeran hatte die Aktion zuvor angekündigt. Vordergründig ist die Maßnahme ein Versuch, den immer raffinierteren Schwarzmarktaktivitäten, die solch ein Popereignis unweigerlich anlockt, Einhalt zu gebieten. Wenn es klappt, ist das gewiss auch im Interesse der Fans.

Der eigens vorm Olympiastadion eingerichtete Trouble Counter ist aber auch ein Sinnbild für den Zustand der Musikbranche, für die große Konzerte inzwischen zum Wirtschaftsfaktor Nummer 1 geworden sind, seitdem die aufwendig im Studio produzierten Werke über die Streamingdienste wie Abfallprodukte behandelt werden.

Die Personalisierung von Eintrittskarten hat zudem den Effekt, dass man ganz nebenbei an die Daten der Fans gelangt. Das Freiheitsgefühl des Pop bleibt längst draußen vor der Tür – mit Karte oder ohne.