Über 30.000 Lehrer unterrichten an den Berliner Schulen. Darunter sind Menschen aller Schattierungen, die ganz verschiedene Meinungen vertreten. Gewissermaßen ein Spiegelbild der Gesellschaft. Dabei gibt es auch immer wieder Extremfälle.

Um einen solchen Fall handelt es sich bei dem Berliner Grundschullehrer, der auf seinem privaten Youtube-Kanal Verschwörungstheorien verbreitet, antijüdische Positionen bezieht und bei öffentlichen Auftritten sogar den Holocaust in Frage stellt. Mit seiner politischen Gesinnung geht er dabei deutlich über das pädagogisch vertretbare Maß hinaus. Für ihn haben westliche Geheimdienste und die Weltfinanzelite zum Beispiel die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA inszeniert.

Zwar vertritt der regulär angestellte Lehrer in jenen Filmen seine Privatmeinung. Selbst dann, wenn er öffentliche Veranstaltungen durch Zwischenrufe stört. Und die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Doch im Zeitalter der Digitalisierung ist das, was er als Privatmann öffentlich zugänglich ins Netz stellt, eben nicht nur seine persönliche Angelegenheit.

Wegen Volksverhetzung angezeigt

Seine Grundschüler, zumindest die älteren unter ihnen, haben ihn schon längst im Internet entdeckt. Damit nimmt er sozusagen virtuell als selbsternannter „Volkslehrer“ Einfluss auf Schüler. Und bestärkt sie noch darin, allerlei Verschwörungstheorien für bare Münze zu nehmen. Das ist hochheikel, weil genau jene Theorien unter Schülern derzeit ohnehin Konjunktur haben.

Über grassierenden Antisemitismus unter den (zunehmend migrantischen) Berliner Schülern diskutierten viele Bürger zuletzt angesichts der pro-palästinensischen Demonstrationen und ihrer Begleiterscheinungen. Allgemein wuchs die Erkenntnis, dass Lehrer dem entschiedener entgegenwirken müssen. Ein Pädagoge, der aber gängige antisemitische Klischees sendungsbewusst nach außen vertritt, verfehlt auch hier eindeutig das Klassenziel.

Einen neuerlichen pauschalen Radikalenerlass, wie er in der alten Bundesrepublik gegenüber kommunistisch eingestellten Beamten galt, will niemand zurück. Es kommt auf den Einzelfall an. Die Bildungsverwaltung hat ihren Lehrer nun wegen Volksverhetzung angezeigt. Das ist gut. Eine Klärung der Angelegenheit naht also.