Natürlich steigt mit wochenlanger Hitze die Waldbrandgefahr. Das ist eine banale Erkenntnis, routiniert zur Kenntnis genommen. In den vergangenen Urlaubswochen freuten sich vermutlich trotzdem die meisten über die stabile Wetterhochlage.

Gut, auf den einen oder anderen Grillabend hat man vielleicht aus Sicherheitsgründen verzichtet. Das war’s dann aber auch schon mit den persönlichen Einschränkungen. Und die Klagen der Bauern über massive Ernteausfälle wegen der Dürre ist dann mit der Bereitschaft des Bundes, den Landwirten mit Geld zu helfen, gedanklich auch abgelegt worden. Problem erledigt.

Doch der aktuelle Brand in Brandenburg und der Rauchgeruch über ganz Berlin führt einem plötzlich vor Augen, wie verletzlich unsere vermeintlich sichere Welt wirklich ist. Es ist zwar nicht der erste Brand. Es gab den Böschungsbrand bei Siegburg Anfang Juli, bei dem sogar mehrere Häuser in Flammen aufgingen. Oder der, vergleichsweise glimpflich verlaufene, Brand vor wenigen Wochen in Brandenburg.

Aber das ist jetzt der dritte große Waldbrand in kurzer Zeit (viele kleine Feuer erreichen gar nicht die Meldungsspalten), und er ist nah. Plötzlich befasst man sich mit Problemen, die man bisher nur aus dem Fernsehen kannte, wenn in Kalifornien wegen Feuer Siedlungen geräumt werden. Was nimmt man mit, wenn die Polizei einen auffordert, in zwei Stunden das Haus zu verlassen? Was ist wichtig, unter der Maßgabe, alles Zurückgelassene vielleicht zu verlieren? Im schlimmsten Fall muss man als Geflüchteter dann auf die Solidarität anderer hoffen. Aber vielleicht regnet es ja bald.