Berlin - Die Einrichtung der Umweltzone in Berlin im Jahr 2008 hat zwar dazu geführt, dass sich der Ausstoß von Schadstoffen in die Luft verringert hat. Doch trotzdem werden die Grenzwerte, beispielsweise für Feinstaub, immer wieder überschritten. Um die Luftqualität weiter zu verbessern, schlagen die Piraten jetzt „umweltfreundliche Alternativen zum Autoverkehr“ vor.

Sie fordern, dass Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bei einer Überschreitung der Schadstoff-Grenzwerte „fahrscheinlos“ genutzt werden können, also kostenlos. Hört sich populistisch an.

Aber warum sollten wir es nicht einfach mal probieren? Welches Risiko besteht darin, dass die BVG an Tagen mit einer besonderen Schadstoffkonzentration in der Luft Autofahrer kostenlos transportiert? Diejenigen, die nicht mit der U-Bahn oder dem Bus fahren wollen, weil sie es im Auto partout gemütlicher finden, werden nicht zum Umsteigen gezwungen. Für alle anderen, die einen Beitrag zum Umweltschutz leisten wollen, würden sich die Türen für einen kostenlosen Transport in Bussen und Bahnen öffnen.

Die Kosten für die Aktion könnte die BVG aus ihrem Werbeetat nehmen. Denn sicherlich wird manch ein Umsteiger auf Dauer zum Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs werden. Das Geld, auf das die BVG zunächst verzichtet, kommt später locker wieder rein. Die BVG müsste freilich nur ausreichend Züge einsetzen.

Was unrealistisch erscheint, ist die Forderung der Piraten, auf lange Sicht einen ticketlosen öffentlichen Personennahverkehr in Berlin einzuführen. BVG und S-Bahn nehmen durch den Ticketverkauf jährlich rund eine Milliarde Euro ein. Wer diese Einnahmen streichen will, muss sagen, woher das Geld genommen werden soll. Kostenlos sollten Busse und Bahnen deswegen nur ausnahmsweise sein.